Ein Wiedersehen mit Designbestseller

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Vor ein paar Tagen hat mich ein, von mir sehr geschätzter und langjähriger, Partner interviewt und im Rahmen dieser Homestory sind so viele schöne Einblicke entstanden, dass ich nicht nur das Interview bei Designbestseller teilen möchte, sondern auch noch ein paar nie gezeigte Bilder.

Homestory Anastasia Benko
Homestory Anastasia Benko

DESIGNBESTSELLER: Liebe Anastasia, wir haben dein Zuhause bereits einmal bei uns auf dem Blog vorgestellt. Das ist inzwischen über drei Jahre her. Was hat sich seitdem bei dir Zuhause geändert?

ANASTASIA BENKO: Als erstes möchte ich mich bedanken, dass ich wieder bei Euch zu Besuch sein darf! Ich freu mich sehr, dass wir in Kontakt geblieben sind und wie gute Freunde so viele gemeinsame Interessen und Werte teilen! Bei einem Traditionsunternehmen wie Eurem und der damit verbundenen Geschichte und Liebe zu Design, fühle ich mich sehr sicher aufgehoben – denn genau diese Erfahrung und Expertise schätze ich, wenn ich auf der Suche nach einem Stück für mein Zuhause bin, welches mich ein Leben lang begleiten soll.

In meinem Zuhause hat sich seit unserem letzten Treffen eine Menge getan. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Farbwelt und Einrichtung, inspiriert von dem ‚White Cube‘-Charakter meines an die Wohnung angrenzenden Ateliers, heller und minimalistischer geworden ist. Wie ihr aus dem ersten Beitrag wisst, bin ich ein großer Sammler: Design, Kunst und kuriose Objekte aller Art faszinieren mich sehr und ich habe meine gesammelten Schätze immer um mich rum haben wollen. Irgendwann herrschte jedoch in allen Räumen nur noch kreatives Chaos. Eklektisch, wild und immer noch schön, aber vor allem für größere Shootings nicht wirklich praktisch. Kundenaufträge verlangten große und neutrale Flächen, die irgendwann nicht mehr vorhanden waren vor lauter Props. Deshalb musste ich umdenken und die Einrichtung hat sich in den letzten Jahren den Bedürfnissen der Fotografin aber auch den Wünschen der privaten Anastasia angepasst. Jetzt kann ich Aufträge, die nicht viel Raum einnehmen, teilweise in der Wohnung fotografieren (wie zum Beispiel Schmuckfotografie) und Aufträge, die viel Platz einnehmen, komplett ins Atelier verlagern. Da kann man auch mal mitten im Produktionschaos die Tür schließen und sich in eine ordentliche Wohnung zurückziehen. Wenn ich mir nun unseren letzten Beitrag anschaue, muss ich feststellen, dass sich, bis auf die Küchenzeile und den Schrank, im Grunde alles verändert hat. 

Homestory Anastasia Benko, living room with Barcelona Chair with a fine art print of Florence, Italy
Homestory Anastasia Benko, living room with Barcelona Chair with a fine art print of Florence, Italy

Was genau hast du verändert um deine Wohn- und Arbeitssituation zu optimieren? 

Das Wichtigste war zunächst die Entscheidung, die Wohnräume strikt von den Arbeitsräumen zu trennen. Ich habe mich dazu von vielem getrennt, was nicht mehr zu mir passte. Dinge, die mir wichtig sind, aber nicht täglich gebraucht werden, im Keller gelagert. So habe ich genügend Platz geschaffen um tatsächlich nur noch Möbel und Accessoires um mich zu haben, die ich brauche und liebe. Hier seht ihr ein paar Bilder aus meinem Atelier, was es genau so nicht mehr gibt:

Studio of interior stylist Anastasia Benko
Studio of interior stylist Anastasia Benko
Die Arbeit wurde komplett ins Atelier verlagert: hier sieht man einen Ausschnitt... Atelier Anastasia Benko. Louis Poulsen PH5, Vintage Fritz Hansen Series 7
Die Arbeit wurde komplett ins Atelier verlagert: hier sieht man einen Ausschnitt… Atelier Anastasia Benko. Louis Poulsen PH5, Vintage Fritz Hansen Series 7
Details from Studio Anastasia Benko, vintage USM Haller, Louis Poulsen PH5
Details from Studio Anastasia Benko, vintage USM Haller, Louis Poulsen PH5
Details from Studio Anastasia Benko, vintage USM Haller
Details from Studio Anastasia Benko, vintage USM Haller

Nach diesem Radikalschnitt ging es an die finale Renovierung. In dem Beitrag von 2016 konntet ihr lesen, dass vor dem Einzug in diese Wohnung eine Sanierung stattgefunden hat. Jeder, der schon einmal eigenständig renoviert hat, wird nachvollziehen können, dass trotz aller Eigenleistung und unermüdlichem Einsatz einige Schönheitsfehler bleiben. So habe ich dieses Jahr den Plan gefasst alles Versäumte nachzuholen und von Grund auf zu verändern damit das Konzept voll aufgeht. Die Betonwände, die die Wohnung sehr dunkel gemacht haben, habe ich verputzt und in hellen und freundlichen Farben gestrichen. Den Boden habe ich auch in der Wohnung weiss lackiert.

Ein großes String Regal zeigt nun meine liebsten Stücke - Atelier Anastasia Benko
Ein großes String Regal zeigt nun meine liebsten Stücke – Atelier Anastasia Benko

Möchtest du uns etwas über das Farbkonzept in der Wohnung verraten? 

Ich liebe so viele Stile und fast alle Farben, kann aber auf den 65 qm leider nicht jeden Stil ausleben, den ich schön finde und obwohl manche Räume Richtung Süden zeigen, ist die Wohnung trotz allem ziemlich dunkel.

hier kann man am Schlafzimmer sehr gut erkennen, dass die Wohnung, trotz Südlage, auch sehr dunkel sein kann und ich wollte, dass Helligkeit einzieht
hier kann man am Schlafzimmer sehr gut erkennen, dass die Wohnung, trotz Südlage, auch sehr dunkel sein kann und ich wollte, dass Helligkeit einzieht

Das merke ich vor allem in den düsteren Jahreszeiten, aber da dies auch die arbeitsintensivsten Monate sind, wollte ich unbedingt etwas gegen die Dunkelheit tun! Da ich sehr gerne mit Tageslicht arbeite, stieg in den letzten Jahren der Wunsch die Wohnung heller und heller zu gestalten: trotz der kleinen Wohnfläche wollte ich so viel Licht wie nur möglich darin sammeln – man sollte das Gefühl bekommen, dass sich die Räume scheinbar grenzenlos erstrecken. Der weiße Boden, und der helle Rest wirken nun wie natürliche Reflektoren und erleichtern mir nicht nur meine Arbeit, sondern sind ein wunderbar entspannter Gegenpol zum sonst sehr bunten Alltag. 

Was mich aber zur Zeit am glücklichsten macht, sind die neuen Blickachsen, die entstanden sind. Ich hatte zwar gehofft, dass es am Ende Sinn machen würde, aber jetzt, wo es so gut funktioniert, bin ich umso glücklicher. So ist alles scheinbar wie aus einem Guss: wenn man vom Flur in die Küche kommt, von der Küche ins Wohnzimmer geht, vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer und das Gleiche gilt auch umgekehrt… Wenn ich auf dem Daybed sitze und lese, habe ich einen wunderbaren Blick ins Schlafzimmer und vom Tisch im Wohnzimmer wiederum eine schöne Sicht in den Flur, wo mein antikes Vanity Tischchen steht. 

Der Blick vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer, Homestory Anastasia Benko
Der Blick vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer, Homestory Anastasia Benko
Der Blick ins Wohnzimmer, Homestory Anastasia Benko: Vintage Marmor Tisch, Barcelona Chair von Knall, Fritz Hansen Series 7 Arne Jacobsen, LPLN Mobile
Der Blick ins Wohnzimmer, Homestory Anastasia Benko: Vintage Marmor Tisch, Barcelona Chair von Knall, Fritz Hansen Series 7 Arne Jacobsen, LPLN Mobile

Da deine Wohnung nicht so groß ist, wie wichtig sind dir flexible Möbel? 

Auf so kleinem Raum sind flexible Möbel das Wichtigste! Der Einzug des großen Vintage Marmorstisches Anfang des Jahres hat die ganze Umgestaltung nach sich gezogen, denn die Größe und Präsenz des Tisches hat im Wohnzimmer nicht mehr viel Spielraum für andere Stellmöglichkleiten erlaubt. Umso wichtiger wurden nun kleinere Möbel, wie Beistelltische. So wandert der Adjustable Table von Classicon nun umher und ist immer gerade dort, wo man ihn braucht. Dabei macht er seinem Namen alle Ehre – nicht nur in der verstellbaren Höhe, sondern auch in den vielen Einsatzmöglichkeiten.

Classicon Adjustable Table, Eileen Gray, Vintage Cleopatra Daybed, Dyson Leuchte
Classicon Adjustable Table, Eileen Gray, Vintage Cleopatra Daybed, Dyson Leuchte

Sein kleinerer Freund, der HAY Slit Table in der spiegelnden Variante bringt Licht in den kleinen Raum, vergrößert ihn optisch und lässt alles noch luftiger erscheinen. Die Side Tables bieten nicht nur eine schöne und praktische Ablagefläche, sondern sind auch perfekt um Leuchten zu platzieren.

HAY SLIT table, Vintage Peil und Putzler Leuchte, die perfekten Nachbarn für den Barcelona Chair von Knoll
HAY SLIT table, Vintage Peil und Putzler Leuchte, die perfekten Nachbarn für den Barcelona Chair von Knoll

Apropos Leuchten. Du hast im Wohnzimmer keine Deckenleuchte und dafür sehr viele kleinere Leuchten verteilt, ist das nicht zu dunkel für die Wintermonate? 

Ich habe mir die Option bewahrt, eine Deckenleuchte hängen zu können. Neben einem Anschluss befinden sich in der Decke ganz viele Haken, die es mir erlauben auch mal ‚spontan’ eine Hängeleuchte anzubringen. Da ich in der kalten Jahreszeit aber sehr gerne große Kränzen und floralen Installationen von der Decke hängen lässe, habe ich bewusst alles frei gehalten und auf eine Deckenleuchte verzichtet. Die ersetze ich durch viele kleinere Lichtquellen, die eine ganz besondere Stimmung schaffen.

Manchmal wandert die Snoopy Leuchte von Flos und erleuchtet ganz besondere Stücke - wie hier den Rabbit von Jeff Koons - Anastasia Benko Homestory
Manchmal wandert die Snoopy Leuchte von Flos und erleuchtet ganz besondere Stücke – wie hier den Rabbit von Jeff Koons – Anastasia Benko Homestory
In der Ecke: Vintage Murano Glas Leuchte und mein kleiner Liebling - die pilzförmige Vintage Leuchte von Peil & Putzler - Homestory Anastasia Benko
In der Ecke: Vintage Murano Glas Leuchte und mein kleiner Liebling – die pilzförmige Vintage Leuchte von Peil & Putzler – Homestory Anastasia Benko

September hatte ich die große Ehre, einen der Designer von Louis Poulsen in Copenhagen zu treffen. Er erzählte mir, dass man bis zu 7 indirekte Lichtquellen platzieren sollte und einen Raum schön auszuleuchten. Und wie recht er hat, das merke ich besonders jetzt in den Herbst- und Wintermonaten. Jede Leuchte hat eine eigene Funktion. Im Schlafzimmer habe ich zum Beispiel eine Leuchte, die mir das Lesen erleichtert, aber auch eine, die mit ihrem dimmbaren Licht jede Art von Stimmung zaubert.

Schlafzimmer Anastasia Benko Homestory - antike Deckenleuchte, ein Lieblingsbild vom Markusplatz in Venedig und die Snoopy von Flos
Schlafzimmer Anastasia Benko Homestory – antike Deckenleuchte, ein Lieblingsbild vom Markusplatz in Venedig und die Snoopy von Flos

Du arbeitest erfolgreich als Stylistin, Fotografin und Bloggerin. Wie kam es dazu und wie sieht deine Arbeit in etwa aus? 

Es war ein langer Prozess, dort zu landen, wo ich nun bin. Um meine künstlerische Herangehensweise zu arbeiten besser zu verstehen, muss man sehr weit zurückblicken: in unserer Familie wurde Kunstförderung schon immer groß geschrieben. Bereits mit 3 Jahren hatte ich Ballettunterricht, ein wenig später kamen Klavierstunden dazu (die bei mir allerdings vollkommen für die Katz waren, denn nach 7 Jahren am Klavier kann ich heute noch mit Mühe und Not die Tonleiter zusammenklimpern). Parallel dazu habe ich über 15 Jahre eine private Kunstschule besuchen dürfen. Dort fand ich mein absolutes Glück, weil die Malerei und Fotografie seitdem meine ständigen Begleiter sind. Ein langer Aufenthalt in den USA hat mir dann noch das Töpfern näher gebracht. Ich habe mich jahrzehntelang in sehr vielen künstlerischen Disziplinen ausprobieren können und all diese kreativen Ausflüge haben auch immer wieder eine neue Note in die Umgestaltung meiner jeweiligen Einrichtung gebracht. Denn das war in jungen Jahren zunächst die einzige Möglichkeit, die Wunder der großen, weiten Welt in mein kleines Universum zu holen. 

Vor diesem ganzen Hintergrund habe ich beschlossen Kunstgeschichte zu studieren.  Als jedoch abzusehen war, dass ich nach dem Kunstgeschichtsstudium erstmal keine feste Anstellung finden würde, habe ich meine Arbeit in die Onlinewelt verlagert und konnte fast übergangslos im www mein Erlerntes anwenden, mich dort aber auch kreativ austoben. 

Seitdem habe ich für Buchprojekte, Magazine, On- und Offlinepublikationen und für eine Trendfoschungsagentur gearbeitet, Workshops geleitet, schaue aber auch gerne in Bereiche, die augenscheinlich nichts mit Interieur zu tun haben. Das alles hört sich stark nach ‚Hansdampf in allen Gassen‘ an und anfänglich war es eine große Herausforderung, all diese Interessen zu bündeln. Ich bin unglaublich dankbarer dafür, in einer Zeit zu leben, in der man sich als kreativer Mensch so sehr selbst verwirklichen und jeden Tag in neue Welten schnuppern kann. So widersprüchlich es auch klingt, hat die anfängliche Vielfalt mir ziemlich schnell aufgezeigt, was meine Stärken sind und welche Bereiche ich ausbauen muss. Die Umwege und auch manche Sackgassen haben mich gelehrt, mutiger zu sein und kompromisslos auf mein Bauchgefühl zu hören. All diese Erfahrungen lassen mich heute sichere und authentische Entscheidungen treffen, die zu 100% zu mir und meinen Kunden passen. 

Der Fokus liegt dabei hauptsächlich auf der Fotografie, den Workshops und dem Interiorstyling. Ich bin sehr dankbar dabei mit tollen Partnern wie Porsche, USM und Louis Poulsen arbeiten zu dürfen.

Diesen Fine Art Print gibt es nun im Shop zu kaufen - Homestory Anastasia Benko
Diesen Fine Art Print gibt es nun im Shop zu kaufen – Homestory Anastasia Benko
The Poster Club fine art ,Josephine' by Anastasia Benko, marble table, Peill & Puzler lamp, Fritz Hansen Series 7 Monochrome White, Arne Jacobsen chair
The Poster Club fine art ,Josephine’ by Anastasia Benko, marble table, Peill & Puzler lamp, Fritz Hansen Series 7 Monochrome White, Arne Jacobsen chair

Vor einiger Zeit habe ich mir dazu einen Kindheitstraum erfüllt und verkaufe nun auch ausgewählte Fine Art Fotografien und Illustrationen, die weltweit Menschen inspirieren und nicht mehr nur meine eigenen vier Wände zieren. Ein weiteres, mehrjähriges Projekt ist in Planung und ich freu mich, es bald mit euch teilen zu können.

Gibt es so etwas wie einen typischen Arbeitstag?

Einen typischen Arbeitstag gibt es bei mir nicht. Die einzige Konstante, die sich in meinem Leben ständig wiederfindet, ist die Veränderung. An manchen Tagen weiss ich morgens nicht, wie der Tag abends enden wird. Aber genau diese Flexibilität erlaubt es mir, Projekte auf eine viel kreativere Ebene zu heben. Wenn ich sehe, dass ein Konzept nicht, wie geplant aufgeht, kann ich im Studio schnell eine Wand streichen, ein Möbelstück umlackierten oder ein passendes Bild malen und alles bis ins letzte Detail anpassen. Genauso gehört aber auch das Erstellen von Konzepten, Kundengesprächen und vielen Emails zum Alltag. Und ich versuche so viel wie möglich zu reisen und mich weiter zu bilden um der Blase, die die Onlinewelt manchmal schafft, zu entfliehen. Mir spielt es oft in die Karten, dass ich antizyklisch zu den Jahreszeiten arbeite und eine weihnachtliche Produktion im Hochsommer bringt oft den spielerischen Ansatz (und die Entbehrung), den man für ein Projekt braucht damit es den nötigen Schuss Humor bekommt. 

Snoopy Leuchte von Flos sorgt für eine schöne Stimmung im Schlafzimmer - Homestory Anastasia Benko
Snoopy Leuchte von Flos sorgt für eine schöne Stimmung im Schlafzimmer – Homestory Anastasia Benko
Eine beruhigende Stimmung schaffen die schönen Gerüche reifer Quitten - Homestory Anastasia Benko
Eine beruhigende Stimmung schaffen die schönen Gerüche reifer Quitten – Homestory Anastasia Benko

In den letzten Jahren habe ich aber auch lernen müssen, dass Erholung genauso zur Arbeit gehört, denn das ist für mich die einzige Art meine Kreativität am Leben zu erhalten. Die entspannte Atomsphäre, die nun in der Wohnung herrscht, hilft dabei sehr: der Tisch im Wohnzimmer ist nun Dreh- und Angelpunkt und unseres Familienlebens und das macht mich sehr glücklich. Ein weiterer Punkt, den ich mittlerweile seit fast 2 Jahren wie einen festen Termin in jeden meiner Tage einplane, ist es eine Stunde im benachbarten Wald zu verbringen. Das erdet mich und setzt immer wieder neue Kräfte und Ideen frei. Und fast jeden Tag bringe ich Schätze aus der Natur mit in mein Zuhause, wie diese Zweige. 

Herbstzweige und Vintage Vasen - Homestory Anastasia Benko
Herbstzweige und Vintage Vasen – Homestory Anastasia Benko

Du teilst dir dein Zuhause mit zwei herrlich-pelzigen Mitbewohnern. Welchen Einfluss haben sie auf deinen Stil bzw. auf deine Einrichtung?

Falls du damit die farbliche Abstimmung mit dem Interior meinst, ist das wirklich ein schöner Zufall gewesen. Zu den beiden Pelznasen kam ich wie die Jungfrau zum Kind, die beiden Geschwister haben ein neues Zuhause gesucht und nachdem wir uns alle sehr gut riechen konnten, haben sie sich ziemlich schnell eingelebt. Die beiden sind beiden super entspannte, lässige Mitbewohner und obwohl sie die liebsten Katzen sind, die ich je hatte, passiert ihnen schon mal das ein oder andere Malheur, weshalb ich versuche empfindliche Stoffmöbel zu meiden. Am liebsten sitzen beide erhöht und teilen sich manchmal auch die Schlafplätze auf dem Barcelona oder aber auf den Serie 7 Stühlen.

schönster Kontrast - Pelznase auf Fritz Hansen Series 7
schönster Kontrast – Pelznase auf Fritz Hansen Series 7
leicht zu übersehen - die Kleine B. auf dem Barcelona Chair - Homestory Anastasia Benko
leicht zu übersehen – die Kleine B. auf dem Barcelona Chair – Homestory Anastasia Benko
Homestory Anastasia Benko - Vintage Marmor Tisch, Series 7 Fritz Hansen monochrom Stühle, The Poster Club Prints
Homestory Anastasia Benko – Vintage Marmor Tisch, Series 7 Fritz Hansen monochrom Stühle, The Poster Club Prints

Kannst du etwas zu Trends bzw. von der Arbeit mit Trendprodukten vs. längerfristige bzw. nachhaltige Kooperationen sagen?

Das Thema ‚Trends’ liegt mir sehr am Herzen, denn ich habe eine längere Zeit für die Agentur ‚Eclectic Trends’ gearbeitet. Mit der wissenschaftlichen Herangehensweise an Trends, bin ich das erste Mal 1999 in Berührung gekommen. Die Frage, wie und weshalb Trends entstehen, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen und ich glaube, niemand ist davor gefeit dem ein oder anderen Trend zu verfallen, denn alle Interiortrends sind Darstellungen unserer jeweiligen Bedürfnisse. Unsere Wohnräume spiegeln unser Innerstes und wir fühlen uns nur dann wohl, wenn die Einrichtung alle individuellen Wünsche abdeckt. So finde ich es viel wichtiger auf den eigenen Geschmack zu hören, statt irgendeinem Trend zu folgen. Denn auch das hippste und trendigste Sofa wird einen nicht umarmen, wenn es nicht zu 100 %  den eigenen Vorstellungen entspricht. Vor einiger Zeit habe ich sehr alte Interiorzeitschriften durchgeblättert und festgestellt, dass ich vor 20 Jahren fast genau die gleichen Möbel spannend fand, wie heute (denn ich habe überall Eselsohren verteilt). 

Mittlerweile, 20 Jahre später, sind ein paar meiner liebsten Stücke eingezogen. Mir gefällt der Gedanke, dass Designklassiker selbst in 30 oder 130 Jahren Bestand haben. Mir gefällt der Gedanke, dass meine Möbel später vererbt werden können. Mir gefällt auch der Gedanke, wenn Marken verantwortungsvoll mit ihrem Erbe umgehen. Mir gefällt der Gedanke, dass die Umwelt weniger belastet wird, je länger man ein Möbel nutzt. Mir gefällt der Gedanke weniger und dafür besser zu kaufen. Mir gefällt der Gedanke, dass meine Einrichtung Jahrzehnte übersteht und dazu beiträgt einzigartige Momente mit meinen Liebsten zu teilen, und all diese Erinnerungen dann irgendwann zu einem Teil unserer gemeinsamen Geschichte werden. Und letztlich gefällt mir auch der Gedanke, dass dies ein einfacher menschlicher Versuch ist Ordnung ins Chaos zu bringen – und mir gefällt auch der Gedanke, dass auch das ein Trend ist 😉

Danke, dass ihr zu Besuch wart und bis ganz bald, A. xo

Homestory Anastasia Benko
Homestory Anastasia Benko

 

8 thoughts on “Ein Wiedersehen mit Designbestseller

  1. Liebe Ana,
    ich bin mehr als begeistert – dein Zuhause ist einfach traumhaft schön und das Interview lässt sich ganz super lesen! Es hat Spaß gemacht. Ganz liebe Grüße und einen dicken Drücker,
    Friederike

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  2. Wie spannend, so viel über dich zu erfahren und ein große Freude deine Wohnung aus ganz neuen Perspektiven zu entdecken. Einfach wunderschön, wie du die tollen Möbelklassiker mit deinen traumhaften Bildern und den ganzen kreativen Details kombinierst.

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  3. Ana, ich liebe deine Wohnung und deine Fitografien sowieso! Die Homestory ist so toll geworden 🙂
    Liebste Grüße
    Christel

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